LUKENHAUER
Luken im Seelschen Bruch?
In alten Schriften zum Seelschen Bruch taucht der Beruf
eines Lukenhauers auf, der im Winter wichtige Arbeiten erledigte.
Von der Burg Ummendorf ist überliefert, daß ihre sechs Pachtfischer jede Woche sieben Eimer Küchenfische ablieferten. Sogar die Fischarten waren vorgeschrieben, sie bestanden aus einer Hälfte Hechte und der Rest aus Barschen, Rotfedern, Bleifischen und Karauschen.
Selbst in langen Wintern, wenn eine dicke Eisfläche den See
bedeckte, erwartete die Burgküche ihre Lieferung.
Fischer ließen dann ihre Boote an Land zurück und zogen Netze zwischen Eislöchern (Luken) unter dem Eise entlang, so daß der erhoffte Ertrag das leere Netz füllte. Mehrere kleinere Luken waren so geschickt im Eise positioniert, daß eine größere Luke die Bergung des gefüllten Netzes gewährte.
Der zugefrorene See mussten fürs Eisfischen vorbereitet
werden, wofür das Haus Meyendorf im Winter zwei Arbeitskräfte zur Verfügung
stellte. Sie entfernten Schilfbewuchs und schlugen Löcher (Luken) in das Eis.
Lukenhauer, ein verlorener Begriff aus vergangener Zeit, als
der große Seelsche See mit großem Fischreichtum vielen Menschen im Umfeld
Nahrung und Auskommen bot.
(Freie Interpretation von Informationen aus „Die
Namenlandschaft zwischen Aller und Sarre“ von Dr. vet. Albert Hansen, Max
Bathe, 1965 / Kreisheimatmuseum Ummendorf)