HÜTTENBRAND
Trockenlegung des Seelschen Bruches, lediglich ein Begriff für ein wichtiges Vorhaben. Welche technischen Möglichkeiten gab es damals, wieviel Personen beteiligten sich in dem sumpfigen Gelände daran? Wie und wo lebten sie über vier lange Jahre hinweg? Viele Fragen, kaum konkrete Antworten und Hinweise. Historische Aufzeichnungen eines in Eimersleben lebenden Predigers der 1758 sein Amt antrat liefern Einblicke in das damalige Geschehen.
Einfache Bürger ohne Hab und Gut fanden im Seelschen Bruch eine Anstellung. Um Unterkunft und Verpflegung mussten sich sich selber kümmern. Schwierige Arbeitsbedingungen, widrige Verhältnisse, stete Nässe, einfaches Schuhwerk und dürftige Kleidung.
Damit der Weg zur Arbeit so kurz wie möglich war, errichtete man auf eigene Kosten kleine armselige Hütten in denen sich das Leben abspielte direkt im Bruch. Nebenan oft eine kleine Stallung für Haustiere und Futtervorräte. So arbeitete und lebte auch unsere Familie Hoppen im Seelschen Bruch, deren Schicksal festgehalten wurde.
Frau Hoppen lebte mit ihrem Mann in einer kleinen Hütte. Dort bewahrten sie ihre Kleidung, Vorräte und weniges Vermögen auf. Eines Tages kamen zur nächtlichen Stunde boshafte Menschen, die ihre Hütte im Schlaf anzündeten. Die Hütte verbrannte, damit das gesamte Eigentum der Familie.
Ein Aufseher schildert mit seinen Worten den Sachverhalt: (inhaltlich)
Der entstandene Brandschaden hat nicht viel zu bedeuten, weil die Kläger armselige Leute sind, wenig Möbel gehabt und die Hütte importiert sei. Zumal dergleichen Lusthäuser oder Hütten noch mehr im Seelischen Bruche stehen. Es wäre im königlichen Interesse, wenn diese alle weg wären. Es ist zu vermuten, daß räuberische Banden nachts im Bruch ihr Unwesen treiben. Er hätte noch niemand gefunden, der wegen der zu großen Gefahr dort zu nächtlicher Stunde nach dem Rechten sehen könnte.
Aus heutiger Sicht einfach unmoralisch und unmenschlich so eine niederträchtige Einschätzung.