HÜTTENBRAND
Trockenlegung des Seelschen Bruches, lediglich ein Begriff für ein wichtiges Vorhaben. Welche technischen Möglichkeiten gab es, wieviel Personen beteiligten sich im sumpfigen Gelände daran? Wie und wo lebten sie? Viele Fragen, kaum konkrete Antworten. Aufzeichnungen eines 1758 in sein Amt gekommenen Predigers in Eimersleben liefern Einblicke in das damalige Geschehen.
Einfache Bürger ohne Hab und Gut fanden im Seelschen Bruch eine Anstellung. Um Unterkunft und Verpflegung mussten sich sich selber kümmern. Schwierige Arbeitsbedingungen, widrige Verhältnisse, stete Nässe, einfaches Schuhwerk und dürftige Kleidung begleiteten ihren Alltag.
Damit der Weg zur Arbeit kurz war, errichtete man auf eigene Kosten kleine armselige Hütten im Bruch. Sie boten Schutz und Unterkunft. Nebenan oft eine kleinere Hütte für Haustiere und Vorräte. So arbeitete und lebte auch unsere Familie Hoppen im Seelschen Bruch, deren trauriges Schicksal überliefert ist.
In ihrer kleinen Hütte bewahrten sie Kleidung, Vorräte und weniges Vermögen auf. Eines Tages kamen boshafte Menschen während der Nacht und zündeten die Hütte an. Die Hütte verbrannte, damit das gesamte Eigentum der Familie, so standen sie nun mittellos da.
Ein Aufseher berichtet über den Sachverhalt: (inhaltliche Wiedergabe wg. alter Formulierungen)
"Der entstandene Brandschaden hat nicht viel zu bedeuten, weil die Kläger armselige Leute sind, wenig Möbel gehabt und die Hütte importiert sei. Zumal dergleichen Lusthäuser oder Hütten noch mehr im Seelischen Bruche stehen. Es wäre im königlichen Interesse, wenn diese alle weg wären. Es ist zu vermuten, daß räuberische Banden nachts im Bruch ihr Unwesen treiben. Er hätte noch niemand gefunden, der wegen der zu großen Gefahr dort zu nächtlicher Stunde nach dem Rechten sehen könnte."
Aus heutiger Sicht einfach unmoralisch und unmenschlich so eine niederträchtige Einschätzung.