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HAKENSTEDT, KLEIN HAKENSTEDT, SELSCHEN

Drei Orte, zwei Wüstungen, gelegen am Seelschen See, einst Heimat vieler Fischerfamilien. Wie alte Dokumente verraten, hatten auf dem See 15 Pachtfischer mit Kähnen ihr Auskommen. Jeweils sechs der Burg Ummendorf und vom Schloss Erxleben. Drei Pachtfischer kamen vom Klosteraussenhof Hakenstedt.

Schon vor Trockenlegung des Sees Anfang des 18. Jh., versanken Klein Hakenstedt und Selschen im Grau der Geschichte, nur der älteste Ort überlebte.

Klein Hakenstedt gilt als Neugründung der einst in Groß Hakenstedt lebenden Familien slawischer Herkunft. Als zum Ende des 10. Jh. grausige Ereignisse in Mecklenburg die Verhältnisse zwischen Germanen und Slawen erschütterten, kam es zu Ausgliederungen von slawisch stämmigen Familien aus germanischen Siedlungen.

Doch bereits Anfang des 15. Jh. wird Klein Hakenstedt nur noch als Wüstungsort erwähnt, dessen bauliche Kirchenreste Naturfreund und Heimatforscher Karl Schlimme im 20. Jh. lokalisierte.

Selschen dürfte die zweit älteste Siedlung sein, die ebenfalls nur als Wüstung auf Landkarten erscheint. Ihr Untergang ist dem Bau einer Wallanlage in den Jahren 1486/87 geschuldet. Wallanlagen schützten lokale Fürstengebiete gegen marodierende Banden und soldatische Eindringlinge aggressiver Nachbarn.

Im Mittelalter gab es mehrere solcher Wehranlagen in unserem Gebiet, so von Selschen bis hin zur Aller. Diese Anlagen bestanden aus Gräben, Aufschüttungen und dornigem Buschwerk. Als Selchens Gebäude geopfert wurden, zogen alle Bewohner nach Ummendorf.